ForstBW Ausflug Wald Exkursion

Was haben die Pixelschubser im Wald zu suchen?

Der Wald ruft! Pixelschubser beschreiten neue Gebiete.

Veröffentlicht am 4. Juli 2016

Zugegeben, unser Revier ist das nicht gerade, aber da wir Pixelschubser uns grafisch und inhaltlich doch schon intensiv mit dem großen Thema „Wald“ für unseren Kunden ForstBW befasst haben, wurden wir eingeladen diesen bei einer Führung besser kennenzulernen.

Wir wagten also den Schritt in die „freie Wildbahn“ – weg vom Schreibtischstuhl und hinein in die Natur! Thomas Deines, seines Zeichens Leiter für Öffentlichkeitsarbeit ForstBW nahm uns zusammen mit seinen Kollegen Barbara Betz und Sebastian Schreiber anschaulich hinein in diese spannende Welt bei der wir einiges Neues entdecken durften.

„Braunes Gold“ im Schönbuch

Unsere Exkursion begann am Wertholzlagerplatz neben der Rosshauhütte im Schönbuch. Dort lagern nummeriert und gut sortiert hunderte Eichenstämme, aufgereiht wie Trophäen die unter anderem von Holzhändlern, Sägewerken, Instrumenten- oder Fass-Bauern aus ganz Europa gekauft werden. Diese Prachtexemplare, die einen Wert von mehreren hunderttausend Euro haben, stammen aus dem Stadtwald Herrenberg sowie Privatwald auf Herrenberger Gemarkung.

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Rückegassen und Gelbbauchunken

Anschließend machten wir uns auf den Weg in den Kuppinger Wald, wo wir uns gleich mit der Holzernte auseinandersetzten, die zunehmend auch kritisch diskutiert wird. Im Mittelpunkt stehen dabei oft die sichtbaren Spuren in Form von Rückegassen im Wald. Für den Bodenschutz ist es wichtig, dass der Anteil des Waldbodens, der befahren wird, so weit wie möglich reduziert wird. Im Staatswald von Baden-Württemberg werden Rückegassen mit einem Abstand von 40 Metern festgelegt. Nur auf diesen findet eine Befahrung statt. Damit werden rund 90 Prozent der Waldfläche von der Befahrung ausgenommen.
Doch die Rückegassen haben auch einen Nebeneffekt: Durch starke Regenfälle bedingt, füllen sich viele von ihnen mit Wasser. In diesen Kleinstgewässern finden sich Kaulquappen und Jungtiere der seltenen Gelbbauchunke.

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Freies Waldentfalten und Königsgräber ohne Könige

Wir lernten allerhand über die vielen bunten Markierungen der Baumstämme und deren Funktion.
Zum Beispiel werden dadurch Waldrefugien und Habitatbaumgruppen gekennzeichnet.
Diese werden, im Rahmen des Alt- und Totholzkonzepts Baden-Württemberg, ganz sich selbst überlassen. Es handelt sich hierbei um auf Dauer eingerichtete Waldflächen, die sich in ihrem natürlichen Lauf ohne menschliches Eingreifen bis zum Zerfall entwickeln können.
Ein paar Jahre Vorsprung haben da die „Königsgräber“ im Kuppinger Wald.
Die vorkeltischen Hügelgräber stammen aus der Hallstattzeit (800 bis 600 v. Chr.) von sesshaften Bauernstämmen in denen sicherlich keine Könige begraben wurden. Trotz ihrer enormen Größe von bis zu 30 Metern Durchmesser fügen sie sich nahtlos in die hügelige Waldumgebung ein.

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Der Mythos der umherliegenden Tannenzapfen

Zum Schluss haben wir noch etwas Waldwissen, mit dem Sie beim nächsten Waldspaziergang punkten können:
Die Zapfen der Tanne stehen aufrecht auf den Zweigen und fallen in der Regel nie komplett vom Baum sondern werfen nur einzelne Schuppen ab. Fichten dagegen haben hängende Zapfen und werfen diese ab. Merke also: Echte Tannenzapfen liegen nie auf dem Waldboden!
Was man sieht, sind Fichtenzapfen.

Apropos „zapfen“: Zum Abschluss am Kuppinger Sportplatz gab es doch noch ein schönes Radler in der Sonne. Alles in allem ein wunderbarer Nachmittag und hervorragender Ausgleich zur Arbeit am Schreibtisch.

Danke an das Team von ForstBW für diesen gelungenen Ausflug!

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